Rückblick

Forumtheaterworkshop "creating relation"

mit Sanjoy Ganguly (Indien)

Die Aktionstheatergruppe Halle (ATG) veranstaltete vom 29.04.2007 – 05.05.2007 in Halle (Saale) den Forumtheaterworkshop „creating relation“ mit Sanjoy Ganguly. Der Workshop, ein Kooperationsprojekt mit dem Friedenskreis Halle e.V. und sabisa – performing change e.V., wurde ergänzt durch Vorträge von Lou Marin (Frankreich), Till Baumann (Berlin) und Sanjoy Ganguly (Indien).

Über Sanjoy Ganguly und die Bewegung Jana Sanskriti

Sanjoy Ganguly ist Begründer und künstlerischer Leiter der kulturellen Bewegung Jana Sanskriti (peoples culture) und des Jana Sanskriti - Zentrums für Theater der Unterdrückten in Kalkutta. In der mehr als 20jährigen unermüdlichen Arbeit gegen Unterdrückung wuchs Jana Sanskriti von einer aus fünf Personen bestehenden Gruppe zu einer Bewegung, die mittlerweile in 12 Bundesstaaten Indiens aktiv ist und heute als größte Theatergruppe des Landes gilt. Als langjähriger Schüler von Augusto Boal, dem Begründer des Theaters der Unterdrückten, entwickelte Ganguly neue Strategien und künstlerische Techniken wie das Forumtheater (nach Boal) als Mittel zum sozialen und politischen Wandel innerhalb der Gesellschaft dienen kann. Ganguly wird in seinem Workshop auf Unterschiede zwischen dem in Indien praktizierten und dem in Europa angewandten Forumtheater eingehen. Der Einsatz einer ansprechenden, kulturgerechten Ästhetik sowie die strategische Anwendung dieser stehen dabei im Mittelpunkt. Während des Workshops werden die TeilnehmerInnen von diesem Wissen profitieren. 
 
Über den Workshop
Gründend auf der Annahme, dass alle Menschen im Wesentlichen intellektuell sind, wird Sanjoy Ganguly in seinem Workshop thematisieren, wie Theater einen demokratischen Raum für Schauspieler und Zuschauer öffnen kann, um gemeinsam zu lernen. Anhand von Übungen und Spielen aus dem Theater der Unterdrückten sowie zwei Vorträgen werden die TeilnehmerInnen Fragen bearbeiten wie: „Warum ist Demokratie so wichtig für ein gemeinsames Lernen?“ - oder „Wie kann Theater einen Widerspruch im Denken kreieren, um dem Menschen intellektuelles Wachstum zu erlauben?“ Der Workshop hat keine Forumtheater-Produktion mit öffentlicher Aufführung als Ziel. Vielmehr wird die Konzentration auf einen Prozess „des Verstehens von dem was wir schon verstehen“, nach Ganguly gelegt. Der Prozess ist wichtiger als das Produkt.
   
Der Workshop richtet sich insbesondere an Personen mit Grundkenntnissen über das Theater der Unterdrückten, wie Joker und Schauspieler aus schon bestehenden Forumtheatergruppen. Grundsätzlich können aber auch Interessierte ohne Vorerfahrung teilnehmen.
 
Programmablauf

29.04.2007
18:00 Uhr Eröffnungsessen
20:00 Uhr Vortrag von Till Baumann: „Legislatives Theater in Brasilien“
 
30.04.2007 – 05.05.2007
Workshop „creating relation“ unter der Anleitung von Sanjoy Ganguly (ca. 30 Stunden)

30.04.2007
20:00 Uhr Vortrag von Lou Marin: „Das andere Indien“/ „Protestbewegungen in Indien“
 
02.05.2007
20:00 Uhr Vortrag von Sanjoy Ganguly: „Theatre a space for empowerment“
 
04.05.2007
20:00 Uhr Vortrag von Sanjoy Ganguly: “ Dogam versus debate”
 
05.05.2007
Letzter Workshop-Tag: Auswertung und Reflexion/ evtl. Workshop-Präsentation